Bericht vom Fest der Begegnung 2010

Samstag:
Nachdem beim Frühstück die Lebensgeister langsam zurückkehrten (für die meisten fühlte es sich noch wie mitten in der Nacht an), begannen wir unseren Tag gemeinsam mit dem Morgenlob.
Die alten Verse eines Psalms wurden mit modernen Bildern in unsere Zeit geholt und durch kurze, prägnante „Riskier-Sätze“ zu einer herausfordernden Botschaft für uns.
Aus Puzzleteilen wurde von jeder Kleingruppe ein Bild zusammengesetzt, welches den jeweiligen Satz z.T. recht heiter veranschaulichte.
o Riskier es, einen neuen Anfang zu setzen.
o Riskier es, immer wieder die Wahrheit zu sagen.
o Riskier es, zu vergeben.
o Riskier es, auch mal gegen den Strom zu rudern.
o Riskier es, andere für die Sache Jesu zu begeistern.

Auf vielfältige und kreative Weise befassten wir uns in den verschiedenen Workshopgruppen während des Tages mit unterschiedlichen Bibelstellen, um deren Kernbotschaft für unser Leben und unseren Alltag herauszufinden. Im Workshop selber fand dann jede ein aktives Betätigungsfeld, ob kreativ-gestaltend, schauspielernd oder in Auseinandersetzung mit sozial-kritischen Themen unserer Gesellschaft.  
aus Interviews mit den Teilnehmerinnen
     Drahtkugel:
Bei uns war schon die Vorstellrunde spannend, als wir unsere Namen mit Gesten und Bewegungen verbinden sollten. Der ganze workshop war voll cool, man konnte seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Bei unserer Bibelarbeit beschäftigten wir uns mit der Heilung des Gelähmten. Wir malten zuerst unser Lebensmuster auf einen Kreisel und erlebten dann mit gefesselten Füßen, wie es ist, wenn man sich nicht mehr frei bewegen kann. Da kriegt man gleich einen ganz anderen Bezug zu so einer Bibelstelle.

       

     Auf den Spuren Mutter Theresias :
Bei uns war‘s total interessant, die verschiedenen Plätze hier in München zu sehen, die mit Mutter Theresia zu tun haben. Da wurde auf Schritt und Tritt deutlich, was für eine mutige Frau sie war, die nie aufgegeben hat. Wir waren an staatlichen und kirchlichen Plätzen, in der Residenz und im Dom und anderen Kirchen, zu denen sie Bezug hatte. Wir beendeten unseren Rundgang am Grab Mutter Theresias und fanden es schön, dass wir ihr hier so nah sein können.
Vorher beschäftigten wir uns mit der Bibelstelle der Maria von Magdala, wir versuchten ihrer Situation und ihren Eigenschaften nachzuspüren. Dann hatte jede Zeit den wichtigsten Vers dieser Erzählung zu malen …






    Nagel-Klanglabyrinth:
Bei uns ging‘s sehr laut zu, als alle hämmerten; erstaunlicherweise merkten wir plötzlich, dass wir einen gemeinsamen Takt gefunden hatten. Bevor das Nageln losging, malte jede ein Motiv auf Ihr Nagelbrett.
Wir haben uns bei der Schriftstelle vom Gelähmten in ihn hinein versetzt, was er wohl nach der Heilung als SMS an seine Eltern geschrieben hätte. Es war gar nicht so einfach, das, was ihn wohl nach der heilenden Begegnung mit Jesus bewegte, so knapp zusammenzufassen.
 
 


Kloster intern: Für mich war es besonders interessant, als die beiden Schwestern erzählten, wie sie darauf gekommen sind, ins Kloster zu gehen. So was hab ich mir vorher nicht vorstellen können. Wir wissen jetzt auch ziemlich Bescheid über die verschiedenen Stufen so eines Eintritts, wenn man zuerst Kandidatin ist und einfach mitlebt und dann in einem strengeren Noviziatsjahr ernst überlegt, ob das was für einen ist. Toll war, dass unsere Fragen rund ums Kloster alle sofort beantwortet wurden.
Wir haben auch bei verschiedenen Aufgaben, die es im Kloster gibt, ein wenig mitgeholfen,
z.B. in der Sakristei und Brötchen für die Obdachlosen gebacken.
Außerdem durften wir das Schlafzimmer einer Schwester sehen. Ein roter Faden war durchs Haus gespannt und zeigte uns immer, wo es zur nächsten Station weitergeht.
Eine Aufgabe war auch gar nicht so leicht: wir haben gemeinsam als Gruppe einen vollen Wassertopf nur mit Schnüren getragen. Da muss man ganz schön aufeinander achten, wenn das klappen soll – wir haben es geschafft.

      Lebensspirale:
Bei uns ging's ziemlich musikalisch zu, wir haben viel gesungen. Die Art und Weise, wie wir uns vorstellten, war ganz anders als sonst oft üblich: Wir bekamen Kuverts mit den Namen der Gruppenteilnehmerinnen als Wortpuzzle und haben dann zu jedem Namen gesammelt, was wir damit verbinden. Zuletzt durfte die Namensträgerin selber sagen, wie es ihr mit ihrem Namen geht.
Bei unserer Bibelarbeit zu Maria von Magdala war ich überrascht, dass für viele von uns derselbe Vers wichtig war, nämlich, als Maria Jesus daran erkannte, dass er sie beim Namen rief.
 
Führung zu sozialen Brennpunkten:
Wir waren in einem Wohnheim für Obdachlose bei den Franziskanern. Das ist eine ganz andere Welt – da erfährt man, wie auch Menschen, die vorher gute Arbeit hatten, schnell in die Armut abrutschen können. Wir kennen nun auch den Unterschied zwischen Wohnungslosen und Obdachlosen und erfuhren viel darüber, was Klöster und auch die Stadt München für diese Menschen tut.  Dann besuchten wir noch ABBA, das steht für „Arbeit für Behinderte, Benachteiligte, Arbeitslose“.

Die Salesianer Don Boscos am Wolfgangsplatz bieten dort Arbeitsplätze in einem Latzhosenladen, einer Zweitbuchhandlung und auch für Aufgaben wie Entrümpelungen, Garten-  und Landschaftsbau. Wer dort seine alten Bücher abgibt, tut auch noch ein gutes Werk und unterstützt beeinträchtigte Menschen, die sonst keine Arbeit hätten. Wir sind schon am Vormittag losgezogen und haben uns dann nachmittags mit der Bibelstelle vom reichen Jüngling auseinandergesetzt. Da wurde ganz schön deutlich, dass dieser junge Mann von Jesus aufgefordert wurde, den Armen zu helfen. Das hat wirklich auch mit Verzicht und Teilen zu tun.
    
    Missionarin auf Zeit:
Mich haben die Erzählungen der beiden über ihre Aufenthalte in Gambia und Peru sehr beeindruckt und ich habe gemerkt, dass ich mir das evtl. auch mal vorstellen könnte, so ein Jahr ins Ausland zu gehen. Die haben das wirklich gut gemacht und hatten ausdrucksstarke Bilder dabei. Schön war auch, dass wir eine Kerze gestalten durften. Wir haben uns mit einer Stelle aus dem Korintherbrief beschäftigt, in der es stark um Ausgleich und Solidarität geht, und haben uns in einem Schreibgespräch Gedanken gemacht, wie das in unserm Alltag aussehen könnte. Das gab ganz interessante (schriftliche) Diskussionen.
Unser Kennenlernspiel war mir auch neu: Wir mussten alle auf Stühlen stehen und uns dann – ohne den Boden zu berühren – alphabetisch nach Namen sortieren. Da spürt man, wie man aufeinander angewiesen ist, und erfährt, dass jeder Halt geben kann und Halt durch andere braucht. War ein toller Workshop – danke!
  
    Theater:
"Der Theaterworkshop hat uns viel Spaß gemacht, obwohl wir sogar Überstunden machen mussten! Aber wir durften uns selbst eine Geschichte ausdenken und aufführen - und der "Angerkrimi" war dann superspannend und kam total gut an!"
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