Wahlen in Chile!

Morgen sind hier in Chile Wahlen.
Seit Wochen, bzw. fast schon Monaten grinsen einen aus allen Ecken und Enden die „freudestrahlenden“ Gesichter der Kandidaten an.
In Chile gibt es 2 uniones, die Alianza por Chile auf der rechten Seite und Concertacion auf der mehr linken Seite.
Die Alianza por Chile ist eine Union der Union Democratica Independente (Pinochet) mit dem Kandidaten Joaquin Lavin (ganz rechts)
und der Renovacion National mit dem Kandidaten Sebastian Piñera.
Die Concertacion besteht aus Partido Demócrata Cristiana, der Partido Por la Demócrata, die Partido Socialista und Partido Comunista.
Teile der PC und PS haben eine neue Gruppe gegründet unter Thomas Hrisch, dem Präsidentschaftskandidaten. Michelle Bachelet ist die Kandidatin der Concertacion.
Ihre Wahlsprüche lauten: Michelle Bachelet: Estoy cotigo! ( Ich bin mit dir),
Sebastian Piñera: Se puede! ( man kann),
Thomas Hirsch: Juntos podemos más! ( zusammen können wir mehr) und
Joaquin Lavin:más cerca de ti (näher an dir).
 
Michelle Bachelet Joaquín Lavín Tomás Hirsch Sebastián Piñera


Das sind alles die Präsidentschaftskandidaten, es gibt natürlich auch noch die Diputadoren ! also die Vertreter vor Ort. Nur um mal ein paar Namen zu nennen: Gaspar Rivas (RN), Dr. Nuñez( Cocertacion), Forni( UDI)...
Die betreiben alle ganz kräftig Wahlkampf , dass heißt man begegnet ihnen auf der Strasse beim Infozettelchen verteilen und sie besuchen die verschiedenen Gruppen, die es hier so gibt! Dabei bringen sie dann immer auch irgendwelche Geschenklein mit, Kulis, Eis, Torte, neue Teeservice (was für mich schon immer ganz, ganz nah an der Grenze zu Stimmenkauf liegt). Unter diesen Umständen bin ich inzwischen mit der Gruppe Senioren auch schon 4 Mal in den Genuss gekommen mir die Worte von Gaspar Rivas anzuhören! Ja ich sage Mal er hat nicht unbedingt meine Sympathien (es fing schon mit einem Händedruck Sorte weicher, feuchter, kalter Waschlappen an), er weiß inzwischen auch wer ich bin.
Michelle Bachelet ist die Präsidenschaftsfavoritin zur Zeit (Umfragen zur Folge liegt sie mit einem recht großen Abstand vorn) also eigentlich schon sehr lange.
Jetzt allgemein zu den Wahlen, also man könnte fast meinen es herrscht hier noch Diktatur wenn man so hört was es alles für Regeln gibt.
Also erstmal muss man sich einschreiben um überhaupt wählen zu können, wenn man sich einschreibt muss man dann aber auch jedes Jahr wählen gehen. Falls man nicht zur Wahl erscheint muss man Strafe zahlen (was für manche hier echt viel ist)! Nur wenn man beweisen kann dass man mehr als 300 km vom Wohnort entfernt war kostet es nichts. Wenn man an der Reihe ist „vocal de mesa“ zu sein, dass heißt die Person die die Stimmen zählt und nicht erscheint muss man für 2 Tage ins Gefängnis. Das kann man nur umgehen indem man sich entschuldigt und die Entschuldigung bestätigt wird! (alles schriftlich natürlich).
Am Tag vor der Wahl ist es verboten sich mit mehr als 20 Personen zu treffen und ab 12 Uhr in der Nacht darf man nicht mehr auf der Strasse sein. Die Lokale müssen um neun schließen und es darf kein Alkohol ausgeschenkt werden! Alles damit die Leute am nächsten Tag frisch ausgeschlafen zur Wahl gehen können!
Wenn man wählen geht muss man auch jedes Mal seinen Fingerabdruck hinterlassen!
Man wählt an Wahltischen die jeweils mit 5 Personen besetzt sind: einem Präsident, einem Sekretär, 2 vocal de mesa und einem letzten zusätzlichen Verantwortlichen.
Eigentlich öffnen die Wahltische um 7 am Morgen, wenn aber nicht alle Verantwortlichen präsent sind werden sie später geöffnet, insgesamt muss jeder Wahltisch 8 oder 9 Stunden geöffnet sein. Die Wahlen finden in den Colegios statt wo seit gestern die Militärs stationiert sind, es wird zum Teil der Verkehr lahm gelegt und es gibt Aufseher damit keine politische Propaganda in die Wahlräume dringt. Außerdem mussten die Kandidaten am Montag ihre Plakate entfernen( was natürlich nicht alle gemacht haben), wenn sie sie nicht entfernen ist das illegal.
Wir warten also gespannt auf das Ergebnis von morgen und hoffen natürlich, dass es die Frau wird. Damit währe Chile das nächste Südamerikanische Land , das von einer Frau regiert würde .
 

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