| Buna ziua,
hallo alle zusammen! Wie versprochen kommt jetzt mein etwas längerer Bericht. Mittlerweilen bin ich ja schon seit einem Monat hier und es hat sich viel getan. Da ich keine Möglichkeit zu schreiben hatte, habe ich alles aufgeschrieben und werde es jetzt abtippen. 30.08.05 Ich bin jetzt schon seit fast zwei Wochen in Rumania und möchte euch von meinen ersten Eindrücken berichten. Ich fuhr mit Magenschmerzen und einem sehr unguten Gefühl los, dies legte sich unterwegs aber. Nach Rumania konnte ich mit Sr. Letitia, Sr. Edith, Sr. Marianna und Aurelia (eine Kandidatin) fahren, die in München von einem Pater abgeholt wurden. Die Schwestern können alle deutsch sprechen, sprechen untereinander aber rumänisch (ist klar) und ich merkte, dass ich noch viel lernen muss. Die Fahrt dauerte 13 Stunden. Und kaum hatten wir die rumänische Grenze passiert, sah ich auch schon den ersten Pferdewagen. Mittlerweilen ein fast schon gewohntes Bild. In Timisoara angekommen wurde ich von Sr. Margit mit Schnaps und Brot begrüßt, dies ist en rumänischer Brauch. Mein Zimmer ist sehr geräumig und das Haus erinnert mich ein bisschen an das Haus meiner Oma, da viele Möbel und Gebrauchsgegenstände entweder schon sehr alt sind oder noch nach diesem Schema gemacht sind. Das Haus liegt an einer (für mich) großen und viel befahrenen Strasse. Mit offenem Fenster kann ich nicht schlafen, da es so laut ist. Fährt ein großes Fahrzeug vorbei, so vibriert mein Bett. Das Essen ist in vielem ähnlich wie in Deutschland, nur es ist einfacher, d.h. es gibt weniger Fleisch und Wurst, dafür mehr einheimisches Obst und Gemüse, meistens von den eigenen Gärten. Am zweiten Tag war ich auf dem Markt. Hier werden Obst und Gemüse eingekauft. In unserem Stadtteil ist der Markt eine große Halle, auf dem Land ist es eine Tischreihe mit Wellblechdach darüber. Auf den Tischen liegt die Ware, welche nach Gewicht verkauf t wird. Gewogen wird mit manuellen Wagen mit Gewichten. Am Eingang verkaufen ältere Menschen kleine Blumensträuße oder Obst aus dem eigenen Garten, um sich etwas dazu zu verdienen. Timisoara selber ist eine große Stadt und es wird noch einige Zeit dauern bis ich mich zurechtfinde. Auf den Strassen fahren Autos in allen Größen und Formen. Es gibt neue, alte, sehr alte.... Sr. Letitia meine, dass man in Rumänien alles kaufen kann was man will, nur die meisten können sich dies nicht leisten. Die Häuser in der Stadt sind alle renovierungsbedürftig, aber dafür fehlt Geld. Nur in der Innenstadt ist einiges neuer, bei manchen Häusern ist aber nur das Erdgeschoss renoviert. Den Kindergarten, meine neue Wirkungsstätte ab 15. Sept. habe ich auch schon gesehen. Da die deutsche Gruppe wegen zu wenig Kinder wieder geschlossen wurde, werde ich in der rumänischen Gruppe mithelfen. Der Kindergarten wurde vor zwei Jahren gebaut und ist sehr geräumig. Die Einrichtung ist etwas zusammengewürfelt und besteht aus alten und neuen Möbeln und es gibt natürlich nicht so viele Materialien wie in Deutschland. Auch gibt es immer etwas zu reparieren, z.B. tropft es von der Decke. Am Montag, 22.8. fuhr ich dann gleich mit 16 Kindern der ungarischen Gruppe ins Ferienlager nach Rusca Montana. der Ort ist ca. 130 Kilometer von Timisoara entfernt und wir benötigten mit dem Bus fast 3 Stunden. Dies lag daran, dass sehr viele Strassen in einem schlechten Zustand sind und auch die Busse sehr alt sind. Timisoara liegt in der ungarischen Tiefebene, d.h. es ist alles sehr flach. Rusca Montana liegt schon in den Gebirgsausläufern. Als erstes möchte ich euch die Umgebung beschreiben. Wir haben jede Tag kleine Wanderungen in die Natur unternommen. Überall gab es kleine Bäche, die sich von den bewaldeten Hügel hinabschlängelten. Kaum aus dem Ort heraus ist man in der fast unberührten Natur. Es gibt Flecke, da hat man das Gefühl, es war noch nie ein Mensch zuvor dort. Einmal sind wir einen Hügel hinauf gestiegen und an einer Wiese angelangt, die mitten im Wald lag. Auf der gesamten Wiese waren Felsbrocken verstreut, grad so, als hätte ein Riese sie fallen lassen. Auch im Wald waren unzählige Felsbrocken, ideal um darauf zu klettern. Oft folgten wir auch nur Trampelpfaden und mussten auf allen vieren die Hügel hinaufklettern. Rusca Montana liegt in einem Tal an einem größerem Bach. Die Hauptstrasse besteht aus Betonplatten, alle anderen Strassen und Wege sind höchstens geschottert, meistens aber nur ausgefahrene Pfade mit vielen Wasserpfützen. Die Häuser sind meistens kleiner fast alle haben einen Garten und Hof dabei. (Am Ortseingang gibt es einige Plattenbauten) Im Hof sind meistens ein Hund, Hennen, Enten...... Läden sind kleine Räume, oft auch kleine Wellblechhütten. Sie erinnern an die "Tante Emma"-läden. Die Schule ist ein längeres Gebäude und sieht von außen nicht wie eine Schule aus. Das faszinierendste war aber, dass es so viel altes und neues nebeneinander gab. Pferdewagen und Autos. Eine Frau wäscht am Bach ihre Kleidung, auf den Dächern sind Satellitenschüsseln. Kühe oder Ziegen werden durch den Ort geführt.... Es gab so viel zu sehen, aber es schien so natürlich. Untergebracht waren wir in einem Selbstversorgerhaus von Holping. Auf 5 Schlafzimmer mit jeweils 3-4 Betten und oft noch Matratzen am Boden kamen: 16 Kinder, Christina und Agi (Erzieherinnen), der Mann von Agi und ihre beiden Kinder, Anita und ich, eine Frau zum Kochen und die Oma eines Jungen, welche beim Kochen half. Die Kinder waren auf 3 Zimmer aufgeteilt und in jedem Zimmer schlief ein Erwachsener mit. So hatten wir noch eine Küche mit Vorratsraum (Lebensmittel hatte wir dabei) Eine Dusche und eine Badewanne, einen Speiseraum und eine Aufenthaltsraum. Da das Wasser aus der Leitung kein Trinkwasser war, hatten wir im Garen einen überdachten Brunnen! . Ich habe auch im Ort einige Brunnen gesehen. Wir machten jeden Tag eine Wanderung von 2-3 Stunden, es wurde gespielt und gebastelt. Am Abend gab es Geschichten, vorgeführt mit einem Art Diaprojektor, nur, dass es immer eine ganze Filmrolle war und diese manuell weitergedreht wurde. An einem Abend machten wir ein Lagerfeuer und es wurde auf Stöcken Würste und Speck gebraten. Als wir in der Küche dies vorbereitet hatten, staunte ich über das große Stück Speck, welches mindestens 5 cm dick war und meinte, dass die Schweine, welche wir zuhause schlachten, nicht so fett seien ( oder doch?) Ich habe mir dann auch ein Stück Speck gebraten und es hat mir sogar geschmeckt. Danach wurde am Lagerfeuer noch gesungen. Am letzten Abend haben Agi und ihr Mann echt ungarisch gekocht. Das essen wurde auf einem Topf über dem Feuer zubereitet und war sehr lecker! Die Kinder waren nicht alle aus dem Kindergarten, es waren ca. die hälfte 5-6 Jahre alt, die andere hälfte war 8-9 Jahr. Jedem Abend wurde geduscht und das mit einer Dusche und einer Badewanne! Am Montag, 29.8. ging es dann mit Sack und Pack wieder zurück nach Timisoara. Kaum in der Großstadt merkte ich doch, dass ich ein richtiges Landei bin und ich die Natur das nächste Jahr vermissen werde. 8.9.05 Das wichtigste zuerst: Ich bekomme die Tangrintler!!! (für alle die diese nicht kennen, es ist meine Heimatzeitung und erscheint wöchentlich). Mama und Papa haben sie für mich abonniert und sie kommt mit einer Woche Verspätung bei mir an. Hab mich tierisch gefreut, als ich den Brief bekam. Anita meinte, so wie ich mich freue, das müsste man filmen und mir zeigen, wenn ich mal traurig bin. Vergangenes Wochenende hatten wir Besuch von Sr. Salome (Provinzoberin). Sie ist mit Sr. Alvera gekommen, die neue Oberin hier in Timisoara. Am Montag gab es dann einen bunten Abend. Wir tanzten in original rumänischer Tracht einen Volkstanz (ich auch) und führten ein Theaterstück auf, ich durfte den Pfarrer spielen und beichtsitzen. Seit 1. Sept. arbeiten wir im Kindergarten, die Kinder kommen aber erst am 12. Dies ist auch gut so, denn wir sind am stöbern und aufräumen. Ich wusste war nicht, dass nach zwei Jahren eine solche Unordnung herrschen kann! Im Keller gibt es einen Abstellraum, dieser war randvoll. Als wir alle Sachen rausräumten, merkten wir, dass wir vieles gar nicht brauchen. Wir gaben einiges an einen Kindergarten für Straßenkinder. Anita und ich hatten bis dahin noch nicht die Schübe und Schränke in unserem Zimmer gesehen: Ein Durcheinander, wie ich es noch nicht gesehen habe. Puzzles und Spiele vermischt, in den Schränken alles nur hinein geschmissen. Gemalte Bilder von den Kindern wurden im letzten Jahr nicht in die dafür vorgesehenen Mappen geordnet, sonder lagen in einem riesigen Stapel beieinander. So haben wir in den letzten zwei Tagen alles geordnet, geputzt und hergerichtet. Anita meinte, so eine Unordnung ist nicht die Regel, wo bei ich schon bemerkt habe, dass ein bisschen Unordnung dazu gehört. Am Montag kommen dann die Kinder und es ist noch immer nicht klar, wie viele es genau sein werden, da mache Eltern es sich auch noch mal anders überlegen oder in einen anderen Kindergarten gehen. Sicher ist nur, dass es sehr viele neue Kinder sind. Das größte Problem ist für mich die Sprache, da ich noch nicht sehr viel verstehe oder sprechen kann. Da im Kloster alle deutsch verstehen und deutsch mit mir sprechen habe ich in den letzten 1 1/2 Wochen seit dem Ferienlager auch nicht viel neues gelernt. Ich schreibe mir jetzt immer Vokabelzettel und lege sie mir überall hin. 17. 9.05 So dies ist jetzt ein langer Bericht und ich bin auch schon seit zwei Stunden im Internetcafe. Nur noch so viel für heute: Ich war im deutschen Konsulat (vor 2 Wochen) wegen der Wahl, aber der Stichtag war leider schon vorbei, so kann ich also morgen nicht mitwählen, hoffe aber, ihr geht alle zum Wählen!!!!!!!!!!!!! Seit dieser Woche wohnt auch noch Molly bei uns im Kloster. Molly ist aus der USA und bleibt für 4 Monate in Rumänien. Sie macht jetzt einen Sprachkurs und arbeitet dann in einem Kinderheim mit (oder so was). Sie kommt auch von einer Organisation, welche Freiwilligendienste vermittelt. Molly spricht nur englisch, so werden jetzt auch meine Englischkenntnisse aufgebessert. Aber es ist schwer, zwei fremden Sprachen auf einmal zu sprechen, jetzt vermische ich oft alles und spreche mit Molly rumänisch oder mir fallen die Wörter immer in der Sprache ein, die ich gerade nicht brauche! Echt schlimm. Diese Woche war sehr anstrengend, aber davon habe ich in der letzten Mail schon erzählt. Das nächste mal schreibe ich dann einigen von euch persönlich zurück, die Zeit ist jetzt nur zu knapp1 La revedere, pfiads eich Eure Regina |