Dritter Fastensonntag
Lk 13,1-9 – Mahnung zur Umkehr
Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? – Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? – Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.
Frage:
Gibt es Mitmenschen, die ich als „unfruchtbar“ wahrnehme und vielleicht vorschnell aus meiner Gemeinschaft bzw. von meiner Liebe ausschließe?
Kann mich das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum ansprechen und zu Geduld und besonderer pastoraler Sorge gegenüber diesen Menschen auffordern?
Welche Früchte meines Lebens bedürfen einer „Umkehr“, eines neuen Impulses?
Welche möchte ich besonders in dieser vorösterlichen Zeit „düngen“ und einbringen?
Sonntag, 7. März 2010 13:42
Ich würde nie jemanden “unfruchtbar” nennen, denn das tut richtig weh, wenn ich nur jetzt daran denke. Ich denke, dass dies für Frauen wie für Männer gleich schmerzhaft ist.
Ich würde mit dem Psalmisten sprechen “selig, wer seine Frucht bringt ZUR RECHTEN Zeit”. (Ps 1) Und diese rechte Zeit kann nicht von außen bestimmt werden, sonst wäre das Vergewaltigung. Diese rechte Zeit erkennen erfordert viel, sehr viel Sensibilität gegenüber dem anderen als auch und vor allem sich selber gegenüber.
Sonntag, 7. März 2010 15:08
Wer bin ich, dass ich wagen könnte, jemanden als “unfruchtbar” zu bezeichnen?
Oh ja, um Geduld bete ich öfter.
In dieser vorösterlichen Zeit habe ich mir vorgenommen, meine Aufmerksamkeit und Offenheit zu “düngen”.
Eine andere Übersetzung des 1. Psalms finde ich noch schöner: “… der seine Frucht gibt zur seiner Zeit…”
Also, nur Geduld.
Sonntag, 7. März 2010 21:59
Manchmal bin ich doch recht schnell dabei, jemand als “unfruchtbar” zu bezeichnen, meist nur in Gedanken, wenn einfach keine gemeinsame Ebene herzustellen ist. Aber ich stelle immer wieder fest, das es sehr stark an mir liegt, ich bin zu hart , und die Andere kann in mir keine Frucht bringen.