Dankbarkeit und Freude bestimmten den Festtag,
an dem 68 Schulschwestern ihr 25-, 40,-,50-, 60-, 70- und 75-jähriges Jubiläum feierten. Zahlreiche Mitschwestern, Angehörige und Freunde kamen zum Gottesdienst in die Mutterhauskirche St. Jakob am Anger.
 
 
  Das Anfangslied „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ führte passend hin zur Begrüßung durch den Hausgeistlichen H.H. Hendriks, der auch die mitzelebrierenden Priester vorstellte.
 
  Der Schwesternchor unter Leitung von Schwester Annemarie Bernhard gestaltete mit mehrstimmigen Liedsätzen die Eucharistiefeier sehr festlich, und Schwester M. Perpetua Gerl betonte die Feierlichkeit des Gottesdienstes durch ihr Orgelspiel.
 
 
   
    Die Jubilarinnen hatten sich in den Exerzitien bei Pater Konrad Flatau SCJ von den Erfahrungen und Leitsätzen des hl. Paulus inspirieren lassen, deshalb wählten sie als Lesung die Stelle Kol 3,12-17, die von Schwester M. Brigitta Wex vorgetragen wurde. Dieser Text und auch das Evangelium aus Joh 15,9-12.16f. beinhalten die Ermahnung zur Nächstenliebe, die aus dem Einssein mit Gott erwächst und den Frieden Christi mit sich bringt.  
     
    Pater Flatau begann seine Predigt  mit dem Satz: „Wir feiern ein Fest“, und der schöne und reiche Blumenschmuck ist ein Zeichen für die vielen Jahre der Treue aller Jubilarinnen – und es ist damit ein Fest der zeugnishaft gelebten Frohbotschaft.  
    Gleichzeitig feiern wir ein Fest der Gemeinschaft, in der die Schwestern im gleichen Glauben auf das gleiche Ziel hin gegangen sind. All dies macht den Tag zu einer Feier des Dankes für die Treue Gottes, aber ebenso des Dankes an die Jubilarinnen für ihren Lebenseinsatz. Auch wenn die Zahl der Schwestern abnimmt – , die Worte Jesu bleiben immer gültig, und die Tradition, die mit der Urkirche begann, lebt weiter. Für viele Jubilarinnen war das Konzil ein besonderes Ereignis in dieser Geschichte, als sie das Bemühen um eine „Verheutigung“ in der Kirche erlebten. Die Orden waren aufgerufen, zu ihren Quellen und Gründern zurückzugehen, sie mussten eine neue Identität finden, und die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift wurde gefördert.
Paulus, der in den Exerzitien im Mittelpunkt stand, machte Christus sichtbar in seinem Leben. Im Kolosserbrief, der als Lesung gewählt wurde, zeigt der Apostel konkret, welche Konsequenzen das Geliebt-Sein von Gott haben muss. Es bindet an Christus und verbindet ihn mit den Menschen. So sind wir alle getragen.
P. Flatau hat in seinem Ordensleben gelernt, sowohl Schwächen als auch Fähigkeiten mit Gottes Gnade anzunehmen. Denn Gott ist die Liebe, und er will aufrechte Menschen. Simon von Cyrene trägt als Vorbild das Kreuz und jede Last, der der Christ auf seinem Weg begegnet.   
   
     
 
Die Hingabe an den treuen Gott drückten die Jubilarinnen in der Erneuerung ihrer Gelübde aus: „Nimm mich auf, und ich werde leben.“
     
   
    Verschiedene Gaben – Blumen als Bild für das Schöne, das Kreuz als Hinweis auf das Leid in unserem Leben, die Bibel als Zeichen des Geführt-Seins, eine Schale mit Lichtern als Zeichen der Verbundenheit mit all denen, die ihnen im Tod vorausgegangen sind, und Brot und Wein als Zeichen der bleibenden Gegenwart in der Welt – symbolisierten in einer Prozession den Dank und die Anliegen der Jubilarinnen.
     
     
 
Zeichen der Wertschätzung, des Dankes und der Liebe war die Rose, die Schwester Charlotte jeder Jubilarin überreichte.
   
 
Am Grab der Ordensgründerin Maria Theresia von Jesu Gerhardinger sprach Provinzoberin M. Charlotte das Segensgebet der Gründerin mit dem Wunsch, weiterhin Zeichen der Hoffnung zu sein.  
     
 
Viele Mitschwestern, Angehörige und Freunde gratulierten danach in herzlicher Mitfreude den Jubilarinnen im Vestibül. Besonders freute uns, dass unsere älteste Jubilarin, Schwester M. Jolendis Thurner, im hohen Alter von 100 Jahren ihr 75-jähriges Jubiläum mitfeiern konnte.
 
   
    Der Chor sang Glückwunschlieder beim festlichen Mahl, bevor im Namen aller Schwester M. Brigitta einen herzlichen Dank aussprach für bereichernde, anregende Exerzitientage und an alle, die liebevoll zur Gestaltung der Woche und des Festtags beigetragen haben.
 
     
 
Der festliche Tag klang in Begegnungen in Haus und Garten aus, und die Sonne trug zur frohen Stimmung bei.
   
 
     
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