Ewige Profess
am 15. August 2006
im Angerkloster der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

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Ein großes Fest braucht Vorbereitung in vielerlei Hinsicht. Die fünf Schwestern,
M. Karolin Kuhn (Bayerische Provinz)
M. Gabriele Lober (Bayerische Provinz)
M. Susanne Reichl (Bayerische Provinz)
M. Gabriele Sagmeister (Bayerische Provinz)
M. Justine Eberdorfer (Österreichischen Provinz)

die am 15. August in der St. Jakobskirche am Anger ihre Ewige Profess ablegten, haben sich sehr intensiv auf diesen Tag vorbereitet. In der Karwoche trafen sie sich zu geistlichen Impulsen in Würzburg, seit Anfang August waren sie in Adelholzen zur Einstimmung und zu Exerzitien. Während die „Ewigen“, kurz so genannt, in der Stille verweilten, ging es im Haus emsig zu.
Die Küche hatte für rund 500 Gäste Kuchen zu backen, ca. 250 Mittagessen sind nur mit einer guten Vorplanung zu schaffen. Genügend Geschirr bereit stellen, festlich decken, Zimmer für die Begegnung richten, die Kirche schmücken, ... - alles geht nur, wenn viele Hände zusammenhelfen.
 

Mein Herz und mein Leib jauchzen dem lebendigen Gott entgegen! (Psalm 84,3)
Zum Festgottesdienst um 10:00 Uhr füllte sich die Mutterhauskirche unten und auf der Empore bis auf den letzten Platz.
Die Professschwestern zogen mit Abt Dr. Johannes Eckert und den 17 Konzelebranten, dem Diakon und Altardienst, und den Provinzoberinnen ein, begleitet von Orgel und Trompete.
Mit dem Eingangsvers „Komm folg dem Herrn, er hat gerufen. Traue ihm, er ist dein Weg, dein Licht und Leben.“ stimmte der Schwesternchor unter Leitung von Schwester Annemarie Bernhard die Gottesdienstgemeinde auf das Geschehen ein.
Der Festprediger, Abt Johannes - ausgehend von dem Hitvers von Xavier Naidoo „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg, steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr.“ - zeigte exemplarisch am Weg der Gottesmutter Maria den Weg eines erfüllten und beglückten Lebens auf. Maria hat sich eingelassen auf ihre Berufung, hat das Wort Gottes aufgenommen,
so dass es in ihr Gestalt annehmen konnte. Sie wird zur Christusträgerin und bringt Jesus zu den Menschen. In der Begegnung mit Elisabeth drückt sich die Freude im Magnifikat aus (Evangelium zum Fest Lk 1, 39-56). Ihr steiniger Weg, der bis zum Kreuz führt, mündet ein in den Ostermorgen, hinein ins Leben, in die Erfüllung.
Wie Maria haben sich immer wieder Menschen auf den Weg gemacht, der Ungewöhnliches fordert.
Als ein Beispiel nannte der Prediger die Gründerin der Armen Schulschwestern, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, und wandte sich an die Professschwestern: „Wenn Sie heute Ihre feierliche Profess ablegen, sagen Sie bewusst Ja zu diesem Weg: Ich bin eine Christusträgerin in meiner Zeit, sein Leben soll sich in meinem Leben konkretisieren.“ In dieser Offenheit für Jesus versprechen die Schwestern ein Leben in Gelübden:
Gehorsam – hörend auf das Wort Gottes, in der Gemeinschaft, in Herausforderungen der Zeit
Armut – um frei zu sein für ihn
Ehelosigkeit – mit allen Fasern des Daseins, mit ganzer Seele und Kraft, ihn lieben wollen.
„Diese entschiedene Bindung an Christus macht frei.“, bekräftigte Abt Johannes und sagte an die Gemeinde gewandt: „ Wir sind als Getaufte und Gefirmte berufen, Christus Mensch werden zu lassen und ihn wie Maria zu den Menschen zu tragen, ihm zu vertrauen, dass sein Weg ein Weg der Erfüllung und Vollendung ist.“

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Auf die Ansprache folgte die Feier der Ewigen Profess.
Die Provinzoberinnen, Sr. Salome Strasser für die Bayerische Provinz und Sr. Karin Kuttner für die Österreichische Provinz, riefen die Schwestern namentlich auf, damit sie öffentlich ihre Bereitschaft bekunden.
Wie bei jeder großen Weihehandlung beteten alle für die Schwestern um das Licht, die Kraft und den Beistand des Heiligen Geistes.

 


 

Die Schwestern wurden noch einmal ausdrücklich gefragt, ob sie bereit sind, sich in der Gemeinschaft der Armen Schulschwestern ganz an Christus zu binden und ihr Leben für immer in den Dienst Gottes und der Kirche zu stellen.
In der Fürbittlitanei wurden alle Heiligen angerufen, vor Gott für die Schwestern einzutreten. Diese legten sich während der Allerheiligenlitanei auf den Boden als Zeichen dafür, dass sie Gott als den Herrn ihres Lebens anerkennen, für den sie ganz verfügbar sein wollen.
Anschließend überreichte der Abt jeder Schwester ihre Professkerze, die an der Osterkerze entzündet wurde. Von diesem Licht entflammt, möge die Schwester ihr Leben ganz in den Dienst Christi stellen und so Licht sein für die Menschen.
Die Provinzoberin lud die Professschwestern ein, nun den Akt der Ganzhingabe in der Ewigen Profess zu vollziehen, im Vertrauen auf den treuen Gott den Bund der Treue zu schließen und dies durch Ihr Gelöbnis zum Ausdruck zu bringen.
Die jeweilige Provinzoberin nahm kraft der ihr verliehenen Vollmacht im Namen der Kongregation und der Kirche die Profess entgegen.
Die Professschwestern drückten mit dem Vers aus Psalm 119 „Nach deiner Verheißung halte mich und ich lebe. Lass mein Vertrauen nicht zuschanden werden.“ ihr Vertrauen aus und legten dann ihre handgeschriebenen Gelübdeformeln auf den Altar und unterzeichneten die Professurkunde.
Als Zeichen der endgültigen Aufnahme in die Ordensgemeinschaft empfingen die Professschwestern von ihrer Provinzoberin den Friedensgruß und erhielten dabei ein Kreuz als Zeichen dafür, dass sie ausschließlich in der Nachfolge Christi stehen und so am österlichen Geheimnis, an Tod und Auferstehung des Herrn, Anteil haben.

Zur anschließenden Gabenbereitung erklang ein meditatives Harfenstück.
 
Die Professschwestern erhielten vom Zelebranten den Friedensgruß, den sie an ihre Familienangehörigen und die Gottesdienstgemeinde weitergaben.
Kräftig stimmten alle am Ende des Gottesdienstes in das Te Deum – Großer Gott, wir loben dich – ein.
 

Im Vestibül erwarteten die Festgäste „ihre“ Schwestern zur Gratulation.
 
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Beim festlichen Mahl mit den Angehörigen und Ehrengästen gab es angeregte Unterhaltung.
Der Nachmittag diente der Begegnung der Freunde und Bekannten. Musikalische Einlagen und Gratulationen wurden zur Freude aller dargeboten. (Fotos anklicken)
 
Zur Vesper, dem Abendlob der Kirche, versammelte sich die Festgemeinde um 17:00 Uhr wieder in der St. Jakobskirche. Lieder und Psalmen zum Thema „Gottes Liebe wagen – seine Hoffnung weitertragen“, musikalisch umrahmt von der Schwesternband, drückten den Dank für die Berufung und das Vertrauen in Gottes Führung aus.
Zum Magnifikat legten die Professschwestern Weihrauchkörner in eine Schale zur Ehre Gottes und als Zeichen ihrer Hingabe.
Am Grab der Ordensgründerin sprachen
Sr. Salome und Sr. Karin den Segen Mutter Theresias über die Schwestern.
Dankbar verabschiedeten sich die Gäste und die „Ewigen“ gingen beglückt zum Abendessen und ließen sich von den Schwestern der Mutterhausgemeinschaft feiern.
 
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